06/15/2016
Donnersbergerstraße

Festakt zum Jubiläum der Anwohnertiefgarage

Ein außergewöhnliches Zukunftsprojekt mit Vorbildcharakter durften die Teilnehmer des Festaktes "10 Jahre automatische Anwohnertiefgarage Donnersbergerstraße" am Dienstag, den 7. Juni 2016 genauer kennenlernen. Münchens Planungsreferentin Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk lobte in ihren Grußworten den Erfolg der platzsparenden unterirdischen Parkraumlösung nach dem zehnjährigen Betrieb und wünschte sich möglichst viele Nachahmer. "Es kann in einer so dichten Stadt wie München nicht sein, dass wir an der Oberfläche immer noch so viel Platz für Autos hergeben, wenn wir wissen, dass wir es viel besser organisieren können", betonte Merk.

Münchens Stadtbaurätin Merk: „Ich hoffe auf viele Nachahmer!“

Die automatische Anwohnertiefgarage wurde 2006 nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet und gilt als deutschlandweites Pionierprojekt für innerstädtische Mobilitätskonzepte. Durch die zukunftsweisende Technologie der Otto Wöhr GmbH wurde die Tiefgarage unter anderem von der bundesweiten Standortinitiative "Land der Ideen" als vorbildhafter Ort ausgezeichnet. "Motivation is everything – und wie es gehen kann, sieht man hier", sagte Prof. Merk bei ihrer Ansprache und forderte die Anwesenden zum Nachmachen auf. Die Stadtbaurätin hofft auf ähnliche Lösungen und betonte den städtebaulichen Mehrwert, wodurch das mit Mitteln der Stellplatzablöse finanzierte Projekt auch dem Gemeinwohl diene.

Man habe hier erlebt, wie sich die ganze Straße auch an der Oberfläche positiv verändere, so Merk. "Das Projekt sollte Pate stehen, für Umwandlungen an anderer Stelle. Man muss nur die Vorher-nachher-Bilder der Donnersbergerstraße sehen und ist überzeugt, dass das eine gute Strategie ist", so Merk. Mit Blick auf den Trend zur Elektromobilität regte die Stadtbaurätin eine Erweiterung des Kundenkreises an: "Ich wünsche mir, dass wir solche Garagen in Zukunft auch für Fahrräder etablieren können." 

Stadtgestaltung von unten

Die WÖHR + BAUER GmbH hatte sich im Jahr 2002 als Generalunternehmen bei der städtischen Ausschreibung gegen viele Mitbewerber durchgesetzt. Verantwortlich für die erfolgreiche Ausschreibung und die Planung der Parksystemtechnik war die GIVT mbH, die das Projekt bis zur Abnahme sachverständig betreute. Dr. Ilja Irmscher, Geschäftsführer der GIVT mbH, lobte bei der Führung die bis heute vorbildliche Verfügbarkeit und Nutzerfreundlichkeit der Anlage. Betreiber der Anwohnergarage ist die städtische P+R Park & Ride GmbH. Die Vollvermietung der Garage seit 2008 sei ein Beweis für den Erfolg des Projektes, erklärte Geschäftsführer Wolfgang Großmann. Auf Grund der Beliebtheit der Garage wächst die Warteliste stetig. Inzwischen müssen Interessenten eineinhalb Jahre auf einen Stellplatz warten.

"Wir freuen uns, dass sich die WÖHR + BAUER GmbH mit ihrem Konzept durchgesetzt hat. Denn so konnten wir unsere Vision moderner Stadtgestaltung auf exemplarische Weise verwirklichen: Autos unter der Erde verschwinden lassen und den Stadtraum qualitätsvoll für die Menschen gestalten", sagte Wolfgang Roeck, Geschäftsführer der WÖHR + BAUER GmbH in seiner Rede.

Auch Roeck sieht in dem großen Druck auf den öffentlichen Raum einen Auftrag zum Handeln: "Wir müssen lernen, unsere Autos ökologischer und ökonomischer zu parken. In einer europäischen Metropole ist der Raum zu wertvoll – und zu schade, als dass abgestellte Autos einfach so herumstehen. Das bedeutet wir müssen die Autos unter die Erde bringen – und zwar so effektiv wie möglich!", so Roeck.

Den städtebaulichen Effekt auf das Umfeld dürfe man nicht unterschätzen: " Wir sehen, dass weniger Blech und mehr Grün ganz konkrete Folgen hat. Die einst etwas schmuddelige Donnersbergerstraße hat sich seit der termingerechten Eröffnung der Tiefgarage im Jahr 2006 zu einer beliebten Einkaufsstraße mit vielen neuen Läden und Straßencafes entwickelt."

Auf 120 Metern Länge hätten in einer konventionellen Tiefgarage unter der Donnersberger Straße nur rund 110 Autos Platz gefunden. In der vollautomatischen Tiefgarage parken nun bis zu 284 Autos.

Vier Lifte sortieren die Fahrzeuge in ein unterirdisches vollautomatisches Verschiebesystem. Eine automatische Förderanlage verstaut die Autos auf vier Ebenen in einer Art Auto-Regal. Durch die optimale Konstruktion muss ein Nutzer durchschnittlich nur 137 Sekunden warten, bis er sein Auto bekommt.

Rund 800.000 erfolgreiche Einparkvorgänge wurden in den zehn Jahren bereits automatisch vollzogen. Im Kontrollraum erläuterte Jens Niepelt, Geschäftsführer der Otto Wöhr GmbH, die technischen Details des WÖHR Multiparkers 740.